Der Genozidvorwurf wirkt neu und scheint aus dem Krieg entstanden zu sein, der als Reaktion auf das Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 begann. Tatsächlich ist er jedoch lediglich der jüngste Versuch einer jahrzehntelangen Kampagne, Israel zu delegitimieren, indem ihm das schlimmste aller Verbrechen vorgeworfen werden.
Auch wenn sich die Begrifflichkeiten mit jeder Generation ändern, bleibt das Ziel dasselbe: Israel und die Juden aus der Gemeinschaft der Nationen zu isolieren und zu entfernen.

Das Muster der Delegitimierung begann 1975 als Teil eines Versuchs der arabischen Staaten und der UdSSR, die USA und Israel zu schädigen. Damals verabschiedete die UN-Generalversammlung mit 72 zu 35 Stimmen die Resolution 3379, die Zionismus als „eine Form von Rassismus und Rassendiskriminierung“ bezeichnete.[i] Die Resolution blieb 16 Jahre in Kraft, bevor sie 1991 mit überwältigender Mehrheit aufgehoben wurde, das einzige Mal in der Geschichte der UNO, dass eine Resolution formell widerrufen wurde.[ii] Selbst das Gremium, das die Resolution verabschiedet hatte, erkannte darin eher eine politische Waffe als eine sachliche Feststellung.
Die Delegitimierungskampagne tauchte 2001 bei der UN-Weltkonferenz gegen Rassismus in Durban wieder auf. Bei einer parallel stattfindenden Veranstaltung verabschiedete das NGO Forum eine Erklärung, die die Formel „Zionismus ist Rassismus“ wiederbelebte. Darin wurde Israel als rassistischer Apartheidstaat bezeichnet und des Genozids beschuldigt.[iii] Das Dokument war so extrem, dass die Menschenrechtsbeauftragte der UNO erklärte, sie könne es Regierungen nicht vorlegen.[iv]
In Durban wurde das moderne Lexikon von Apartheid, Genozid und Siedlerkolonialismus zu einem einzigen Paket geschnürt, das bis heute von antiisraelischen und antiamerikanischen Gruppen verwendet und verbreitet wird.
2005 wurde die BDS-Bewegung (Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen) ins Leben gerufen. Ihr Gründer Omar Barghouti erklärte unmissverständlich, dass sie einen jüdischen Staat in irgendeinem Teil des Landes ablehne.[v]

Für sich allein betrachtet lädt der Genozidvorwurf einen gutgläubigen Leser dazu ein, die Beweise von Krieg zu Krieg abzuwägen. In einem grösseren Zusammenhang erweist er sich jedoch als Teil einer Kampagne, die ein halbes Jahrhundert älter ist als der Hamas-Israel Krieg. Wo und wann immer die IDF operiert, taucht der Genozidvorwurf auf. Das beständige Merkmal ist daher nicht die israelische Politik, sondern die unverrückbare Entschlossenheit, ein Argument zu konstruieren, das den jüdischen Staat als einzigartig illegitim erscheinen lässt.
Beispielsweise verabschiedete die „International Association of Genocide Scholars“ 2025 eine Resolution, in der sie erklärte, Israel begehe in Gaza einen Genozid. Eine Untersuchung der Mitgliedschaft dieser Organisation ergab, dass sich ihre Grösse seit Oktober 2023 nahezu verdreifacht hatte und dass eine Mitgliedschaft samt Stimmrecht bereits für 30 Dollar erworben werden konnte.[vi] Es waren keine weiteren Standards oder Qualifikationen erforderlich, um Teil eines professionellen Gremiums zu werden, das Israel öffentlich beschuldigte, das grösste aller Verbrechen zu begehen.
Von Durban über BDS bis zur heutigen GenoLIE-Kampagne mag sich der Vorwurf ändern, doch die Logik bleibt dieselbe, Israel kann nicht mit Gewalt zerstört werden, also bleiben nur Kampagnen für seinen Boykott und seine Isolation.

Die Plattform Zeteo von Mehdi Hasan veröffentlichte im April 2026 einen Artikel über „Israels jüngsten Genozid“ im Libanon. Dies belegt, dass der Genozidvorwurf immer dann und dort erhoben wird, wo Israel sich verteidigt, weil das Ziel darin besteht, den jüdischen Staat als Ganzes zu delegitimieren.
Quelle: Zeteo Instagram
Der „Genozid in Gaza“ ist eine der grössten Lügen des 21. Jahrhunderts. Er wurde von antizionistischen und antisemitischen Netzwerken nach dem Massaker vom 7. Oktober erzeugt und verbreitet, um Israel daran zu hindern, seine Geiseln zu retten, den jüdischen Staat zu delegitimieren und den weltweiten Antisemitismus zu schüren.
[i]UN General Assembly Resolution 3379, November 10, 1975. https://www.un.org/unispal/document/auto-insert-181963/
[ii]UN General Assembly Resolution 46/86, December 16, 1991. https://docs.un.org/en/a/res/46/86
[iii]“The Durban Conference and Process,” Anti-Defamation League. https://www.adl.org/resources/backgrounder/durban-conference-and-process
[iv]Ibid.
[v]Statement of BDS co-founder Omar Barghouti, cited by the World Jewish Congress. https://www.worldjewishcongress.org/en/news/defining-antisemitism-double-standards-against-the-state-of-israel
[vi] Jerusalem Post, “’Genocide scholars‘ for $30? Easy entry, fake members undermine confidence in IAGS resolution,” September 4, 2025, https://www.jpost.com/diaspora/article-866398
